Eng verbunden: Feuerwehr und die Musik
Sie sind die musikalische Visitenkarte der Feuerwehr Hannover – die 75 Mitglieder von „Opus112“. Es sind Männer und Frauen, die eine gemeinsame Leidenschaft verbindet: das Musizieren auf hohem musikalischem Niveau. Und sie sind ein Aushängeschild für die große Bandbreite, die Feuerwehrmusik bieten kann. Längst ist Opus112 auch international bekannt. Zur Eröffnung der INTERSCHUTZ wird das Orchester einen Ausschnitt aus seinem vielseitigen Repertoire bieten.
24. Apr. 2026Teilen
Mit einem zwölfköpfigen Bläserensemble wird Opus112 die feierliche Eröffnung musikalisch begleiten, so verspricht es Orchesterchef Hugo Looveld. Beim großen abendlichen Empfang im Rathaus werden die Musiker dann in voller Besetzung auftreten. Schon drei Wochen vorher steht ein Konzert auf der „Blaulichtmeile“ in der INTERSCHUTZ-Gastgeberstadt Hannover auf dem Terminkalender.
„Opus112 spielt alles“, umschreibt Hugo Looveld den musikalischen Umfang des Orchesters, das er vor mehr als 20 Jahren gründete. Dieser reicht von Klassik über Musical oder Filmmusik bis Rock und Pop. Besonders am Herzen liegt es ihm, immer wieder neue Wege in der sinfonischen Blasmusik zu gehen. „Musik soll Spaß machen“ ist für ihn die Devise, und er meint damit die Musiker ebenso wie die Zuhörenden. „Warum muss man bei Blasmusik ernst sein?“
Freude an den vielen Aktivitäten in Sachen Feuerwehrmusik hat auch Thorsten Zywietz. Er ist als Bundesstabführer des Deutschen Feuerwehrverbandes sozusagen oberster deutscher Feuerwehrmusiker und stolz auf die laut DFV-Feuerwehr-Jahrbuch fast 32.000 aktiven Musikerinnen und Musiker. Die meisten von ihnen sind demnach mit rund 7.200 in Niedersachsen zu Hause, direkt gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Hessen. Traditionelle Blasorchester gehören ebenso dazu wie Dudelsackbands, Fanfarenzüge und Spielmannszüge – aber auch sinfonische Orchester mit klassischer Besetzung. Thorsten Zywietz, selbst Leiter eines Spielmannszuges, bestätigt die Vielseitigkeit der musikalischen Darbietungen von Händel bis Coldplay.
DFV-Vizepräsident Dr. Frank Kämmer ist im Präsidium des Deutschen Feuerwehrverbandes für den Bereich Musik zuständig und selbst Stadtstabführer der Feuerwehr Braunschweig. „Musik und Feuerwehr gehören immer schon zusammen, nicht nur auf der INTERSCHUTZ“, sagt er. „Zunächst hatten die mit Pfeifen oder Hörnern erzeugten Signale große Bedeutung für den Einsatz. Parallel dazu ist die Musik von Anbeginn an ein Teil des kulturellen Lebens in den Feuerwehren und auch ein wichtiger Faktor für den Nachwuchs.“
Die Quarte: Auch im Martinshorn steckt Musik
Dass die Musik in der Feuerwehr eine Bedeutung auch im alltäglichen Einsatz hat, erklärt Bundesstabführer Zywietz: „Die Geschichte des Martinshorns ist eng verknüpft mit technischer Entwicklung, musikalischer Akustik und schließlich der Frage, wie man Verkehrsteilnehmer zuverlässig warnen kann.“ Der Bundesstabführer erinnert daran, dass nach Blasinstrumenten einst Glocken das akustische Warnsignal dominierten. „Sie waren laut, durchdringend und im Straßenlärm gut erkennbar“, sagt er. Als sich mit der Motorisierung jedoch die Geräuschkulisse änderte, seien neue Warnmittel notwendig geworden. „Den entscheidenden Schritt machte die Deutsche Signal-Instrumenten-Fabrik Max B. Martin aus Markneukirchen“, so Zywietz. „Sie entwickelte ein elektrisch betriebenes Horn, das zwei Töne erzeugen konnte – und damit den charakteristischen Wechselklang, den wir heute kennen. Aus dem Firmennamen stammt auch die heutige Bezeichnung ‚Martinshorn‘.“
Ein einheitlicher Rhythmus existierte zunächst nicht. Er wurde erst 1960 in einer Norm (DIN FEN 610) festgelegt und beschreibt vier gleichlange Töne. „Auch die Tonfolge a‘ und d‘ – das entspricht in der Musik der reinen Quarte – wurde nicht zufällig gewählt“, weiß Thorsten Zywietz. „Denn auf Blechblasinstrumenten ohne Ventile lässt es sich besonders gut spielen. Deshalb war es auch schon lange in Signalen etabliert.“
Längst werden in modernen Fahrzeugen elektronische Signalgeber verwendet, die den klassischen Klang synthetisch erzeugen. Doch die Klangcharakteristik bleibt normgleich: Ganz bewusst klingt das Martinshorn auch heute noch wie früher – hiervon kann man sich vom 1. bis 6. Juni auf dem Messegelände in Hannover und auch beim alltäglichen Feuerwehreinsatz in ganz Deutschland überzeugen!
Wenn auch die Alarmtöne der Feuerwehrfahrzeuge weltweit unterschiedlich klingen – Feuerwehrmusik ist international, wie sich auch auf der INTERSCHUTZ zeigen wird. Bei Haix zum Beispiel treten jeden Tag Dudelsack-Musiker der Feuerwehr aus Washington DC auf, „die DCFD Pipes and Drums“. Schon auf der INTERSCHUTZ 2022 sorgte die Band für Begeisterung.
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