Tradition trifft Krisenvorsorge

Die Geschichte der Simpert Reiter GmbH aus Augsburg ist ein Paradebeispiel für den Wandel eines regionalen Traditionsbetriebs zum europaweiten Innovationsführer. Gegründet im Jahr 1928, konzentrierte sich das Unternehmen in seinen Anfängen auf die Herstellung lokaler Lebensmittel wie Backerbsen und Sülzenpulver. Ein entscheidender Wendepunkt markiert das Jahr 1980, als Simpert Reiter – inspiriert von technologischen Entwicklungen in der US-Raumfahrt – als erster europäischer Anbieter gefriergetrocknete Fertigmahlzeiten in der heute charakteristischen Beutelform unter der Marke „travellunch“ auf den Markt brachte. Heute wird das Unternehmen in Augsburg mit modernisierten Anlagen geführt und bedient neben dem Outdoor-Sektor verstärkt den Bereich der professionellen Notfallversorgung.

Das technologische Herzstück der Marke ist ein aufwendiges Gefriertrocknungsverfahren. Dabei wird den hochwertigen Rohstoffen während des Prozesses nahezu die gesamte Feuchtigkeit entzogen. Durch die anschließende Abfüllung, bei der der Restsauerstoff im Beutel auf unter ein Prozent reduziert wird, entsteht ein ausgesprochen leichtes Produkt mit außergewöhnlich langer Haltbarkeit, das laut Simpert Reiter ohne Qualitätsverlust gelagert werden kann. Das Sortiment hat sich seit den 1980er-Jahren stetig erweitert und umfasst heute mehr als 30 Hauptgerichte sowie ein breites Spektrum an Frühstücksoptionen, Suppen, Desserts und Riegeln. Um den Anforderungen moderner Ernährung gerecht zu werden, sind zudem zahlreiche vegetarische, vegane sowie gluten- und laktosefreie Varianten fester Bestandteil des Portfolios.

Auf der INTERSCHUTZ 2026 in Hannover rückt das Unternehmen die spezifischen Anforderungen von Einsatzkräften in den Fokus. In Extremsituationen, in denen Zeit und Nährstoffgehalt über den Einsatzerfolg entscheiden können, bietet travellunch eine spezialisierte Einsatzverpflegung an. Diese ultraleichten Mahlzeiten sind insbesondere für die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk (THW) und Rettungskräfte in Langzeiteinsätzen konzipiert, da sie innerhalb kürzester Zeit mit heißem Wasser direkt im Beutel zubereitet werden können. Ein weiterer Schwerpunkt der Messepräsenz liegt auf modularen Krisenvorsorgekonzepten. Diese ermöglichen eine autarke Bevorratung über Jahre hinweg, die dank der hohen Packungsdichte nur minimalen Lagerraum beansprucht.

Für die Messe in Hannover hat Simpert Reiter klare strategische Ziele formuliert. Im Zentrum steht der Ausbau der Sichtbarkeit, um travellunch als Standard für die professionelle Notfallverpflegung im gesamten deutschsprachigen Raum zu festigen. Darüber hinaus wird der direkte Dialog auf Augenhöhe mit Beschaffern, Einsatzleitern und ehrenamtlichen Helfern gesucht. Ziel ist es, die Produkte durch praxisnahes Feedback noch präziser auf den harten Arbeitsalltag der Helfer zuzuschneiden. Letztlich dient die INTERSCHUTZ 2026 als zentraler Netzwerkpunkt, um neue, langfristige Partnerschaften zu schließen und die Rolle des Unternehmens als verlässlicher Partner in der zivilen Sicherheit zu unterstreichen.