Die INTERSCHUTZ 2026 hat auf ganzer Linie überzeugt. Mit rund 140.000 Besuchern aus 144 Ländern hat die Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz vom 1. bis 6. Juni eine klare Botschaft gesendet und belegt damit: Sicherheit und Resilienz unserer Gesellschaft gehören zu den prägenden Themen der Gegenwart. Besonders das hohe internationale Besucherinteresse hat gezeigt, wie groß der Bedarf an Austausch, Innovation und globaler Zusammenarbeit ist. „Die Bedeutung von Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz ist heute mehr denn je in den Köpfen der Menschen verankert – und zwar weltweit“, sagte Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG am Samstag auf dem Messegelände in Hannover.

„Unsere Kunden haben im Vorfeld die klare Erwartung formuliert, den Anteil internationaler Besucher auf der INTERSCHUTZ zu steigern. Das ist uns gelungen. Im Vergleich zu 2015 hat sich der Anteil der internationalen Besucher von 13 auf 24 Prozent nahezu verdoppelt. Das Ergebnis untermauert die zentrale Rolle der INTERSCHUTZ in einer Zeit, in der Resilienz und Bevölkerungsschutz weltweit an Bedeutung gewinnen. Mit der Entscheidung, den Bevölkerungsschutz thematisch in den Mittelpunkt der Messe zu rücken, haben wir früh die richtigen Weichen für den Erfolg der Veranstaltung gestellt. Die Resonanz der Branche bestätigt diesen Kurs“, ergänzte Köckler.

Mit 1.772 Ausstellern aus 55 Ländern und rund 120.000 Quadratmetern belegter Fläche hat die Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz ihre Position als international wichtigster Branchentreff bekräftigt. „Die INTERSCHUTZ trifft mit ihren Themen den Nerv der Zeit. Sie ist so relevant wie nie zuvor. Die hohe Innovationskraft der Branche, die internationale Entscheiderdichte, die große Nachfrage auf den Messeständen der Aussteller und das breite öffentliche Interesse zeigen, dass diese Themen weit über die Fachwelt hinaus an Bedeutung gewonnen haben. Mehr noch – sie bilden die zentralen Pfeiler einer robusten Gesellschaft und stehen stärker denn je im Fokus von Wirtschaft und Politik“, resümierte Köckler.

Die Herausforderungen mit Blick auf Naturkatastrophen, Extremwetterlagen und hybride Bedrohungen seien noch nie so groß gewesen. Köckler: „Auf der INTERSCHUTZ 2026 waren diese Antworten gebündelt wie nirgendwo sonst zu erhalten. Das Leitthema der Messe ‚Safeguarding tomorrow“ war damit der Puls der sechs Messetage.“

Resilienz ist keine Zukunftsfrage mehr

Die Austeller der internationalen Blaulicht-Community haben die diesjährige INTERSCHUTZ mit ihren Produkten und Lösungen nicht nur zu einem innovativen und technologischen Marktplatz gemacht, sondern vor allem zu einem strategischen Wendepunkt für Sicherheit. „Die Sicherheit und Handlungsfähigkeit unserer Gesellschaft werden zunehmend vor Ort entschieden – durch gut ausgebildete und anpackende Menschen, die im Ernstfall Verantwortung übernehmen und anderen helfen, durch leistungsfähige Organisationen, die noch stärker international zusammenarbeiten und durch moderne Produkte und Technologien, die Einsatzkräfte schützen, Entscheidungen beschleunigen und so Menschenleben retten“, fasste Köckler zusammen.

Deutlicher als je zuvor sei diesmal die engere Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ) sichtbar gewesen. So stieß der tägliche Auftritt von Oberst i.G. Armin Schaus, der als Abteilungsleiter im Operativen Führungskommando der Bundeswehr den „Operationsplan Deutschland“ vorstellte, auf viel Aufmerksamkeit. Dabei beschrieb er, warum es heute entscheidend auf die Resilienz von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ankommt. Eines der vielen Beispiele für den verstärkten Blick auf Vorsorge für die unterschiedlichen Krisen- und Katastrophenfälle war zudem die Premiere eines modularen Bunkers.

Innovation ist kein Selbstzweck – Branche besitzt Zukunftsvertrauen

Fahrzeughersteller, Ausrüster und PSA-Anbieter investieren massiv in die Entwicklung. Die Botschaft lautet aber nicht „mehr Technik“, sondern „Mehr Wirkung im Einsatz“. Die INTERSCHUTZ erwies sich erneut als die ideale Plattform, um Erfahrungen aus der Praxis an die Industrie und umgekehrt direkt weiterzugeben. Auf der Messe kamen an allen sechs Messetagen kommerzielle und ideelle Aussteller zusammen und lebten den so wichtigen Industrie- und Anwenderaustausch als Blaulicht-Community. Köckler: „Die enorm hohe Nachfrage nach Lösungen und Innovationen bei den Ausstellern hat gezeigt, dass die Branche bereit ist, die Herausforderungen der kommenden Jahre aktiv zu gestalten.“

„Wer Innovation sucht, kommt zur INTERSCHUTZ. Nirgendwo sonst gibt es ein vergleichbares Portfolio an leistungsfähiger Technik für Feuerwehren und Rettungskräfte. Nirgendwo sonst wird der Dialog zwischen Herstellern und Anwendern, zwischen Feuerwehren, Industrie und kommunalen Entscheidern so großgeschrieben“, sagte Dr. Tobias Ehrhard, Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA Feuerwehrtechnik. Der Verband ist zusammen mit der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) und dem Deutschen Feuerwehrverband (DFV) ideeller Partner der Weltleitmesse. „Die hervorragende Resonanz auf die INTERSCHUTZ 2026 zeigt einmal mehr: Hannover ist und bleibt der Impulsgeber und Navigator für moderne Brandbekämpfung und resilienten Bevölkerungsschutz“, so Ehrhard weiter.

„An keinem anderen Ort findet ein so intensiver Austausch zwischen Lehre und Forschung, Industrie und aktiven Einsatzkräften statt wie hier in Hannover auf der INTERSCHUTZ, sagte vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner. „Dabei ist es mir wichtig, den Stellenwert der ideellen Aussteller für den Erfolg dieser weltweiten Leitmesse zu betonen.“

Nach den Worten von DFV-Präsident Karl-Heinz Banse hat die INTERSCHUTZ 2026 eine große Dynamik in die Feuerwehrwelt gebracht – vor allem mit Blick in die Zukunft. „Die Einsatzkräfte sind bereit, die Industrie stellt uns praxisgerechte Technik zur Verfügung. Die Feuerwehrwelt rückt zusammen und schaut mit Zuversicht auf die Herausforderungen: Das macht Mut angesichts der aktuellen Lage“, sagte Banse.

Digitalisierung und KI weiterhin Taktgeber

In neun Hallen und auf diversen Freigelände-Arealen wurden darüber hinaus zwei zukunftsweisende Megatrends erlebbar: fortschreitende Digitalisierung und flächendeckender Einzug Künstlicher Intelligenz (KI) in die Rettungsinfrastruktur. Ein Beispiel dafür gab die moderne Leitstellentechnik. Aussteller präsentierten hochintelligente Systeme, die in der Lage sind, Notrufe in Sekundenschnelle sprachübergreifend zu analysieren, kritische Lagebilder automatisiert zu erstellen und Einsatzkräfte präziser als je zuvor zu koordinieren. Ebenfalls dicht umlagert waren auch Robotik-Systeme, die Einsatzkräften die Arbeit leichter und sicherer machen. Zu den Fokusthemen gehörten ferner Nachhaltigkeit und die Auswirkungen des Klimawandels. Letzteres wurde mit der Premiere des WildfireCamps verdeutlicht. Dort ging es um Technologien und Lösungen, die Vegetations- und Waldbrände früh erkennen und damit vermeiden können oder im Einsatz dabei helfen, sie zu bekämpfen.

Großes Interesse am „mobilen Feldkrankenhaus“ des DRK

Zufriedene Gesichter bei Ausstellern ebenso wie bei Besuchern: Neben Einsatzfahrzeugen aller Art und Ausrüstung für unterschiedliche Einsatzzwecke gehörte auf einer Fläche von 3 000 Quadratmetern ein mobiles Feldkrankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes zu den Besucherinteressen. Köckler: „Bei aller technologischen Entwicklung hat die INTERSCHUTZ vor allem eines sichtbar gemacht: Im Zentrum stehen die Menschen, die Verantwortung übernehmen und anderen helfen.“

Ein dicht gedrängtes Rahmenprogramm aus Fachkonferenzen, Live-Demonstrationen und spannenden Rettungswettbewerben sowie Mitmach-Aktionen machte die INTERSCHUTZ auch im Jahr 2026 zu einem emotionalen und fachlichen Highlight für Einsatzkräfte aus aller Welt.

Köckler: „Die INTERSCHUTZ 2026 wurde von einem tragischen Vorfall begleitet. Im Rahmen der FireFit Championships Europe verstarb ein Berufsfeuerwehrmann. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden, Kameradinnen und Kameraden sowie allen Angehörigen und Weggefährten. Die gesamte INTERSCHUTZ-Gemeinschaft nimmt Anteil an diesem schweren Verlust.“

Die nächste INTERSCHUTZ findet vom 20. bis 25. Mai 2030 auf dem Messegelände in Hannover statt.