Digitalfunk der nächsten Generation

Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) mit Sitz in Berlin ist die zentrale Dienstleisterin für die operative Kommunikation der deutschen Sicherheitsarchitektur. Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 ist sie für den Aufbau, Betrieb und die Weiterentwicklung des bundesweiten Digitalfunks BOS verantwortlich. Das auf dem TETRA-Standard basierende Netz gilt als das weltweit größte seiner Art und ermöglicht mehr als 1,1 Millionen Teilnehmern von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften eine abhörsichere und hochverfügbare Verständigung. Auf der INTERSCHUTZ 2026 in Hannover demonstriert die Behörde nun die nächste Evolutionsstufe: die Transformation hin zur mobilen Breitbandkommunikation.

Der Weg zum Digitalfunk der nächsten Generation

Im Zentrum des Messeauftritts steht der Übergang zu modernen Breitbandlösungen, die weit über die reine Sprachkommunikation hinausgehen. Die Anforderungen an moderne Einsatzlagen sind gestiegen: Ob Messenger-Dienste für den schnellen Informationsaustausch, der Zugriff auf komplexe Datenbanken, die Übermittlung von Lage- und Fahndungsdaten oder telemedizinische Anwendungen – digitale Hilfsmittel sind aus dem Alltag der BOS nicht mehr wegzudenken. Auch die Steuerung von Drohnen sowie Live-Videoübertragungen von Einsatzorten erfordern eine leistungsfähige Netzinfrastruktur. Die BDBOS arbeitet daher gemeinsam mit Bund und Ländern an einer hochsicheren Breitbandinfrastruktur, die diese datenintensiven Dienste auf dem gewohnt hohen Qualitätsniveau des bisherigen Digitalfunks bereitstellt.

Sicherheit und Souveränität als unumstößliche Kriterien

Ein wesentlicher Aspekt der Neuentwicklung ist die Beibehaltung der bewährten Gütekriterien des aktuellen TETRA-Netzes. Für die BDBOS ist die digitale Souveränität Deutschlands dabei von zentraler Bedeutung. Das zukünftige Breitbandnetz muss eine flächendeckende Verfügbarkeit garantieren und gleichzeitig ein Höchstmaß an Resilienz gegenüber äußeren Einflüssen sowie eine umfassende Cybersicherheit bieten. Nur durch eine eigene, kontrollierte Infrastruktur kann sichergestellt werden, dass einsatzkritische Anwendungen auch in Krisensituationen jederzeit stabil funktionieren. Dies macht die moderne mobile Datenkommunikation zu einem unverzichtbaren Pfeiler der öffentlichen Sicherheit.

Innovation durch das Förderprogramm KoPa_45

Um die technische Entwicklung voranzutreiben, setzt die BDBOS auf eine enge Verzahnung mit Forschung und Wissenschaft. Ein Kernstück dieser Strategie ist das Innovationsförderprogramm KoPa_45, das aus Mitteln des Corona-Konjunkturpakets der Bundesregierung finanziert wird. In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern und für Heimat werden dabei 26 Projekte unterstützt, an denen mehr als 50 Partner beteiligt sind. Die Forschungsbereiche sind vielfältig und decken alle Ebenen der modernen Netzarchitektur ab.

Dazu gehören die Entwicklung einsatzunterstützender Applikationen und moderner Endgeräte wie Smart Devices sowie deren effizientes Management. Ein weiterer Fokus liegt auf dem stabilen Netzbetrieb, den Übergängen zwischen verschiedenen Netzen und der sogenannten Device-to-Device-Kommunikation (D2D), die eine direkte Verständigung zwischen Endgeräten ermöglicht.

Praxisnahe Erprobung in modernsten Campusnetzen

Damit die entwickelten Lösungen auch unter Realbedingungen bestehen, stellt die BDBOS den Forschungsprojekten eine spezialisierte Breitband-Entwicklungsumgebung zur Verfügung. In zwei flexiblen LTE/5G-Campusnetzen können verschiedenste Szenarien erprobt und optimiert werden. Diese Testumgebungen ermöglichen es, die Interoperabilität neuer Dienste sicherzustellen, bevor sie in den operativen Betrieb gehen. Mit diesen Ergebnissen will die BDBOS auf der INTERSCHUTZ 2026 den Weg ebnen für einen bundeseinheitlichen, einsatzkritischen und breitbandigen Digitalfunk, der den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte gewachsen ist.

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