„Wir dürfen schon jetzt mit einer Rekord-INTERSCHUTZ rechnen“, sagte Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG auf einer Fachpressekonferenz im Vorfeld der Veranstaltung. „Wer nicht dabei ist, verpasst etwas“, so Köckler. Als einen wichtigen Schwerpunkt auf der INTERSCHUTZ nennt Köckler die Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ). Die Messe werde dadurch „mehr denn je auch eine politische Messe“.

Um die aktuelle Situation zu verdeutlichen, zitierte Oberst im Generalstabsdienst Armin Schaus vom Operativen Führungskommando der Bundeswehr Bundeskanzler Friedrich Merz: „Deutschland ist nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden“. Die „unbeschwerte Zeit der 90er-Jahre“ sei längst vorbei, so Schaus. Schaus wies auf „hybride Bedrohungen“ hin, denen Deutschland Tag für Tag ausgesetzt sei und von denen oft nicht bekannt sei, wo sie herkommen. Als Beispiele nannte er Desinformation und „Fake News“, Cyberangriffe, Ausspäh- und Spionageversuche oder Sabotagen. Die Art solcher Angriffe bezeichnete er als „hoch kreativ“.

Bundeswehr-Oberst: Sicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe

„Gegen diese hybriden Bedrohungen müssen wir was tun“, sagte Schaus. „Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass wir so resistent sind, dass da nichts passiert“. Zugleich aber müsse dafür gesorgt werden, dass man nicht bei der kleinsten Krise in eine Starre verfalle oder eine wirtschaftliche Insolvenz. „Wir müssen resilient werden in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft“, so der Oberst.

Sicherheit müsse als gemeinsame Aufgabe verstanden werden. Verteidigung dürfe nicht nur als militärische Verteidigung gesehen werden.

Die INTERSCHUTZ 2026 bilde den passenden Rahmen zum richtigen Zeitpunkt. Denn sie thematisiere die Gesamtbreite des Bevölkerungsschutzes. „Mit dem Motto ‚Safeguarding tomorrow‘ trifft sie den Kern der aktuellen Herausforderungen“, betonte der Bundeswehroffizier.

Das „Krankenhaus aus der Kiste“

Ein wesentlicher Beitrag zum Bevölkerungsschutz und der internationalen Katastrophenhilfe ist ein komplettes mobiles Krankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes. Erstmalig wird es im Juni als eines der vielen Highlights auf der INTERSCHUTZ gezeigt und wird in Halle 23 Platz finden.

Das „Krankenhaus aus der Kiste“ kann nach den Worten von DRK-Vizepräsident Jürgen Christmann innerhalb von 72 Stunden in ein Katastrophengebiet entsandt werden. Dank des modularen Aufbaus lässt es sich flexibel an die Umstände vor Ort anpassen. Ob in der Wüste, in den Bergen oder den Ruinen einer Stadt – das mobile Krankenhaus kann den Anforderungen im Katastrophengebiet angepasst werden.

Während der INTERSCHUTZ wird das mobile Krankenhaus auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern mit 20 Zelten zu sehen sein. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dort den Alltag in der Einrichtung demonstrieren. Dazu gehören neben einem Operationssaal auch Röntgen-, Labor- und Bettenstationen. Unter anderem war das Krankenhaus bereits 2010 nach dem schweren Erdbeben in Haiti und zuvor in China im Einsatz.

Ausstellungsbereich Bevölkerungsschutz
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