Immer mehr im Kommen: Einsatzfahrzeuge mit Elektroantrieb
Die Elektromobilität nimmt auch in der Gefahrenabwehr immer mehr an Fahrt auf. Schon im Vorfeld der INTERSCHUTZ hat das Projekt „eLHF“ internationales Aufsehen erregt. Darin erprobt die Berliner Feuerwehr seit September 2020 ein Löschfahrzeug von Rosenbauer, das einen rein elektrischen Fahr- und Nutzbetrieb möglich macht. Sein Batteriespeicher liefert Strom für Einsatzfahrten und den Betrieb der gesamten Löschtechnik auf der Einsatzstelle.
9. Juni 2022Teilen
Auch wird die Präsentation der ersten vollelektrischen Drehleiter – ebenfalls von
Elektromobilität bei den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) – ist das nur ein kurzfristiger Hype oder ein echtes Zukunftsthema?
Für Karsten Göwecke, den Ständigen Vertreter des Berliner Landesbranddirektors, steht fest, dass die Elektromobilität bei den Feuerwehren auf jeden Fall voranschreiten wird. Er ist verantwortlich für das Projekt eLHF und von den Vorzügen der Technologie überzeugt. Göwecke erinnert daran, dass es das Thema bereits vor 120 Jahren bei den Feuerwehren gab, als die Fahrzeuge elektrisch angetrieben wurden. "Die sind damals nur gescheitert, weil es noch keine Hybridlösungen gab, und die Batterien nicht leistungsfähig genug waren. Damit war kein katastrophenschutzsicherer Betrieb möglich. Aber das ist inzwischen gelöst." Inzwischen könnten die Vorteile nachhaltig genutzt werden.
Häufig sei noch eine gewisse Voreingenommenheit festzustellen. "Aber dann sehen sich die Feuerwehrexperten das Fahrzeug an und stellen fest, dass es in vielerlei Hinsicht eine bessere Lösung ist als bei einem herkömmlichen Hilfeleistungs-Löschfahrzeug. Der Elektroantrieb ist nur eine Komponente, die aber perfekt zu einem besseren Standard-Einsatzfahrzeug passt", so Göwecke weiter. Dann werde auch erkannt, dass nicht nur die Anschaffungskosten entscheidend seien, sondern auch die Kosten und die Zuverlässigkeit über die Lebensdauer. Vor allem lobt er die schnellere Antriebskraft des Fahrzeugs: "Im Gegensatz zum Dieselmotor erreicht der Elektromotor sofort seine volle Leistung. Das ist natürlich gerade für Feuerwehr und Rettungsdienst auf oft kurzen Einsatzfahrten wichtig." Auch deshalb sieht Göwecke großes Potenzial beispielsweise für Flughafenfeuerwehren, die innerhalb von 120 Sekunden jeden Punkt des Geländes erreichen sollen.
Gemeinsam mit dem österreichischen Unternehmen Rosenbauer zeigt
Aber auch bei kleineren Einsatzfahrzeugen ist der Elektroantrieb im Kommen. Ein Beispiel ist ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) auf Basis des Mercedes eVito, das bei
Notarzteinsatzfahrzeuge mit Elektroantrieb gehören auch bei
In der Praxis haben sich Rettungsfahrzeuge bereits mehrfach bewährt. Dazu gehört beispielsweise ein Rettungswagen (RTW) des
Einig sind sich die Experten von Anwendern und Industrie, dass bei den Einsatzfahrzeugen noch viel Entwicklungsbedarf besteht. Aber beispielsweise auch für Hochwassereinsätze ist das eLHF aufgrund seines Allradantriebs und der im Betrieb schnell veränderbaren Bodenfreiheit gut geeignet.
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