Hans Mayr blickt zurück auf fast 40 Jahre INTERSCHUTZ
Wenn Hans Mayr im Juni das INTERSCHUTZ-Gelände in Hannover betritt, dann ist das für ihn kein gewöhnlicher Diensttermin, sondern der emotionale Schlussakkord einer Ära. Seit 1988 gehört der Vertriebsleiter Deutschland bei ZIEGLER zum festen Inventar der Weltleitmesse.
9. Apr. 2026Teilen
Bekannt wie ein bunter Hund
Hans Mayyr hat miterlebt, wie aus klobigen Funkgeräten digitale Leitsysteme wurden, und aus einfachen Blaulicht-Fahrzeugen rollende Hightech-Zentralen. Doch während sich die Technik im Laufe der Jahre neu erfand, blieb Mayr die konstante Größe in der Branche: ein exzellenter Netzwerker mit dem nötigen Quäntchen Humor. Wenn am 6. Juni die Lichter der INTERSCHUTZ ausgehen, ist das für ihn mehr als nur Feierabend – es ist der letzte Vorhang vor dem wohlverdienten Ruhestand Ende des Monats.
28. Mai bis 2. Juni 1988: Zum ersten Mal ist Hans Mayr auf der INTERSCHUTZ dabei. „Damals gab es noch keine Handys und von Digitaltechnik war keine Rede“, erinnert sich der heute 65-Jährige, der damals als junger Sachbearbeiter im Vertrieb zusammen mit seinen Kollegen einige wegweisende Innovationen von ZIEGLER vorstellte: „Der erste Z1, unser erstes Flugfeldlöschfahrzeug als absolutes Highlight und die erste Entwicklungsstufe der heutigen Z-Class, damals noch auf Faun-Fahrgestell. Ebenso gehörten unsere Tragkraftspritzen und Einbaupumpen zum Repertoire. „ZIEGLER war der Feuerwehrausrüster Nummer 1 mit einem Angebot vom Uniformknopf bis zum Flugfeldlöschfahrzeug“, berichtet er. Nachhaltig aber hat er im Gedächtnis, wie seinerzeit die „Dienstbekleidung“ am Messestand auszusehen hatte: „Dunkler Anzug, weißes Hemd mit Krawatte und schwarze Schuhe waren Vorschrift“, sagt Hans Mayr schmunzelnd.
Spannend war für Hans Mayr im Rückblick auch die INTERSCHUTZ 1994 als erste Schau nach der deutschen Wiedervereinigung und damit ein bedeutender Meilenstein für die Branche. Hans Mayr und das ZIEGLER Team präsentierte wegweisende Fahrzeugkonzepte und Technik, die den Übergang zur modernen Feuerwehr-Gerätestruktur einläuteten. Auch ein übersichtlicher und einfach zu bedienender Pumpenbedienstand wurden vorgestellt.
Sechs Jahre später: Wegen des Deutschen Feuerwehrtages findet die INTERSCHUTZ in Augsburg statt. Hans Mayr ist seit 1994 zum Regionalverkaufsleiter aufgestiegen. „Es war eine recht familiäre Messe mit bayerisch-schwäbischer Atmosphäre“, weiß er. “. „Das Aluminium-Paneel-System (ALPAS) für Fahrzeugaufbauten war damals eine Revolution“, erinnert sich Mayr noch gut. „Sie war leichter, korrosionsbeständiger und flexibler als herkömmliche Stahlkonstruktionen und fand großen Anklang bei den Messebesuchern, da schnell und einfach dreidimensionale Veränderungen der Gerätelagerungen möglich waren.
2005: Die INTERSCHUTZ ist zurück in Hannover – Hans Mayr auch. Eine kleine Anekdote ist ihm in Erinnerung: „Ein namhafter Hersteller hatte zur Bedienung bereits einen Monitor mit Bildschirmbedienung mit allen möglichen Funktionen in Untermenüs. Da wollten wir mithalten und haben nachgezogen. Mit dem Ergebnis, dass unsere Besucher überhaupt nicht zufrieden waren mit solcher Innovation.“ Für Mayr bringt das die klare Erkenntnis: Die Bedienung muss einfach sein wie bei einer Waschmaschine. „Und das gilt auch für andere Produkte“, sagt er. „Die Frage ist immer: Was will der Markt, was sind die Trends? Und auch das Auge entscheidet mit.“
Fünf Jahre später 2010 sorgt ZIEGLER auf der INTERSCHUTZ – die erneut wegen des Deutschen Feuerwehrtages in Leipzig stattfindet - mit der Z-Cab, einer neu konzipierten Sicherheitskabine, für Aufmerksamkeit. Gern erinnert sich Hans Mayr an gesellige Sommerabende in Leipzigs City-Fußgängerzone unweit des Hotels. Mit der gelben Straßenbahn ging es dann jeden Morgen zum Messegelände und abends wieder zurück.
„Bei der INTERSCHUTZ 2015 in Hannover hatten wir den schönsten Stand, und die Besucherinnen und Besucher kamen durch eine übergroße B-Kupplung mit seitlichen Schläuchen in unseren Pavillon“, sagt Mayr. Seit 2011 war Hans Mayr für den gesamten Vertrieb in Deutschland zuständig. „Wir hatten ein motiviertes, tolles Team und eine entsprechend angenehme Atmosphäre auf dem ZIEGLER–Stand. Es gab eine Showbühne, Schlauchziehwettbewerbe und auch Drohnen im Einsatz zu besichtigen.“ Bevor die Messe 2020 erneut stattfinden konnte, machte die Corona-Pandemie allen einen Strich durch die Rechnung. Sie wurde gänzlich abgesagt. Als die Pandemie abflaute waren die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwierig und ein Messeerfolg ungewiss. 2022 war ZIEGLER deshalb nicht in Hannover vertreten.
Jetzt freut sich der inzwischen 65-Jährige auf die INTERSCHUTZ 2026. Ein Highlight fällt ihm schon jetzt ein: „Es gibt keine Anzug- und Krawattenpflicht mehr bei uns, alles ist ein bisschen lockerer – aber trotzdem einheitlich - als in der Vergangenheit.“ Was ZIEGLER diesmal an Besonderheiten im Gepäck hat, möchte Mayr noch nicht verraten. Nur so viel: „Es gibt einige neue Entwicklungen. Und unser Repertoire reicht von der Tragkraftspritze bis zum Flugfeldlöschfahrzeug. Im Blickpunkt stehen besonders auch Fahrzeuge für den Katastrophenschutz und den Hygienebereich. Doch nicht nur die eigenen Produkte sind für ihn wichtig: „Die INTERSCHUTZ gibt allen die Möglichkeit zu Information und zum Netzwerken in Deutschland und in der ganzen Welt. Wer nicht kommt, wird in der Branche nicht wahrgenommen!“
Für Hans Mayr, der in der Blaulicht-Familie bekannt wie ein bunter Hund ist, wird 2026 dienstlich die letzte INTERSCHUTZ sein. Noch hat er wenig Zeit, sich Gedanken über den Ruhestand zu machen. „Auf jeden Fall habe ich dann mehr Zeit für meine Hobbys“, freut er sich. Dazu gehört auf jeden Fall der eigene Garten. Und anstatt mit großen, überwiegend roten Fahrzeugen fährt er Einsätze mit seinem eigenen Fahrrad.
Aussteller zum Thema
Events zum Thema
Interesse an News zu Ausstellern, Top-Angeboten und den Trends der Branche?
Browser Hinweis
Ihr Webbrowser ist veraltet. Aktualisieren Sie Ihren Browser für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit und eine optimale Darstellung dieser Seite.
Browser aktualisieren