Dort, wo Behörden und Einsatzkräfte an ihre Grenzen stoßen, steht das BDB-Notfallteam bereit, um sowohl das Einsatzpersonal vor Ort zu entlasten als auch Hinterbliebene in der Stunde der größten Not nicht allein zu lassen. Auf der INTERSCHUTZ 2026 informiert das Bestatter-Notfallteam zum ersten Mal über seine Arbeit (Halle 17, Stand C16).

Gegründet wurde das Notfallteam zu Beginn der Corona-Pandemie vom Bundesverband Deutscher Bestatter unter der Einsatzleitung von Markus Maichle. Die schlimmen Bilder aus Italien, die Ungewissheit über den weiteren Verlauf auch bei uns hatten den Anstoß für die Gründung gegeben. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine und die damit verbundene Unsicherheit gaben den Organisatoren zusätzliche Bestätigung, eine wichtige Lücke im Bevölkerungsschutz zu schließen. „Es geht uns darum, bei nationalen, großen Einsatzlagen mit möglicherweise vielen Toten den zivilen Kräften ihre eigentliche Aufgabe zu ermöglichen – Menschen zu retten und zu versorgen“, sagt Markus Podsendek, stellvertretender Einsatzleiter des Bestatter-Notfallteams.

Psychische und physische Entlastung der Einsatzkräfte

Mit der Entlastung der Einsatzkräfte wollen die Bestatter dem Rettungspersonal nach den Worten von Podsendek nicht nur mehr Zeit für die Versorgung von Überlebenden möglich machen, sondern sie auch psychisch und physisch entlasten. Was das in der Praxis bedeutet, hat er selbst 2023 bei dem schweren Erdbeben an der syrischen Grenze in der Türkei erlebt. Damals war er dort zusammen mit der Partnerorganisation DeathCare im Einsatz, die sich um internationale Einsätze kümmert. „Es war die Hölle auf Erden“, erinnert sich Markus Podsendek. „Wir hatten pro Tag mit 200 bis 400 Leichen zu tun.“ Gerade in solch einem Einsatz seien die Kenntnisse und Fertigkeiten mit dem Umgang von Verstorbenen wichtig. „Es sind Kenntnisse, die während der Bestatter-Ausbildung eingehend vermittelt werden“, so Podsendek weiter. DeathCare ist ebenfalls auf der INTERSCHUTZ vertreten (Halle 17, Stand A27).

EU-Katastrophenschutz-Übung

Erstmals im Einsatz war das Bestatter-Notfallteam im Oktober 2024 als Teil der EU-Katastrophenschutz-Übung Magnitude. Dort konnten sie zeigen, dass Bestatterinnen und Bestatter die Übung von Seiten der Bergung und Versorgung von Verstorbenen gut organisiert unterstützen konnten. Dazu gehört laut Podsendek auch der Umgang mit Angehörigen der Verstorbenen. Aber auch die Kenntnisse für eine hygienische, infektionsarme Versorgung und Wissen um die pietätvolle Verantwortung seien Lerninhalte.

Organisatorisch ist das BDB-Notfallteam bestens aufgestellt. „In einer Datenbank sind sämtliche Ressourcen enthalten, damit wir im Einsatzfall gezielt aktiv werden können“, erläutert Podsendek. Die zentrale Koordination liegt beim Bundesverband Deutscher Bestatter in Düsseldorf. Je Bundesland gibt es eine Einheit, die nach Bedarf alarmiert wird.

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