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Bevölkerungsschutz

Brandheiß

Nach den Ereignissen rund um den Moorbrand im Emsland haben sich das Deutsche Rote Kreuz und der zuständige Landkreistag Gedanken darüber gemacht, wie solche Situationen in Zukunft noch besser gehandhabt werden können.

31.10.2018
DRK_Katastophenschutz_Voralarm
DRK Katastophenschutz Voralarm

Oft muss erst etwas Gravierendes passieren, um Missstände aufzudecken oder notwendige Verbesserungen anzustoßen. Zu diesen Vorfällen gehören ganz sicher die Moorbrände, die vor kurzem Teile des Emslandes in Aufregung versetzt haben. Schon kurz nach Entspannung der Situation haben sich jetzt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der zuständige Landkreistag (NLT) Gedanken darüber gemacht, wie Alarmierungsabläufe zukünftig optimiert werden können. So schlagen sie vor, einen Voralarm in das Katastrophenschutzgesetz einzuführen: "Wenn er gesetzlich geregelt gewesen wäre, hätte beim Moorbrand im Emsland möglicherweise ein Katastrophenvoralarm genügt, um die Vorbereitungen für die Evakuierung einzelner Ortsteile zu koordinieren", so NLT-Geschäftsführer Joachim Schwind bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von DRK und NLT in Hannover.

Bisher ist es so, dass Landräte nur dann überregionale Hilfe anfordern können, wenn sie den Katastrophenfall ausrufen. Durch die Verankerung einer zusätzlichen Alarmstufe im Katastrophenschutzgesetz wollen das DRK und der Landkreistag jetzt ermöglichen, Hilfe anzufordern, ohne gleich im ganzen Landkreis den Katastrophenfall auszurufen. Mit dem Stichwort "Katastrophenfall" sei oftmals eine Signalwirkung verbunden, die weit über das eigentliche Geschehen hinausgeht. Eine weitere Erkenntnis aus dem Moorbrand wird inzwischen auch bundesweit diskutiert: Die schlechte, oft veraltete Ausstattung, insbesondere bei den Fahrzeugen, die bei echten Katastrophenszenarien zwangsläufig zu dramatischen Problemen führen würde. DRK und Landkreistag fordern daher unisono mehr Fördermittel vom Land und vom Bund für den Katastrophenschutz. DRK-Landesgeschäftsführer Ralf Selbach wies darauf hin, dass die Einsatzfahrzeuge häufig älter seien als die Menschen, die sie bewegen. Die rund zwei Millionen Euro, die das Land Niedersachsen bisher im Jahr zur Verfügung gestellt habe, seien ein zu kleines Budget bei Spezialfahrzeugen. "Das ist für ein Flächenland wie Niedersachsen, wo die Helfer große Strecken zurücklegen müssen, sehr gefährlich", sagt Selbach. Um den Fuhrpark angemessen zu erneuern, fordern Landkreistag und DRK deshalb für Niedersachsen zukünftig mindestens sechs Millionen Euro jährlich.

Deutsches Rotes Kreuz e.V. (D-12205 Berlin)
Website: www.drk.de

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