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Rettung

Rettende Idee: Künstliche Intelligenz hilft bei Erstdiagnose

Das dänische Startup Corti entwickelte einen digitalen Notfall-Assistenten, der die Technologie des Deep Learnings nutzt. Das System unterzieht Notfallmeldungen einer umfassenden Analyse, um bereits am Telefon die Gefahr eines Herzstillstandes für den Patienten erkennen zu können.

09.05.2018
Corti_AI
Corti AI

Vor rund zwei Jahren starteten Corti und die Kopenhagener Emergency Medical Services (Copenhagen EMS) eine Kooperation mit dem Ziel, die Erfahrungen und das Fachwissen des Menschen mit den Analysefähigkeiten der künstlichen Intelligenz zu kombinieren, um bei Notrufen optimaler reagieren zu können. Copenhagen EMS implementierte deshalb das von Corti entwickelte System unter der offiziellen Notrufnummer 112, um die Deep-Learning-Technologie der Corti-KI zu trainieren. Die KI konzentriert sich dabei auf die Erkennung von Herzstillständen, indem sie die Schilderungen und auch die Stimme des Notfallmelders analysiert.

Mit der Implementierung von Corti erhielt die Notrufzentrale also einen digitalen Assistenten, der das Gespräch mit dem Notfallmelder überwacht und den Mitarbeitern der Notrufzentrale dabei hilft, wichtige Merkmale in der Kommunikation zu suchen. Dabei berücksichtigt die Corti-KI nicht nur das, was gesagt wird, sondern auch wie es gesagt wird - Sprachwissenschaftler sprechen hier von der Prosodie -, um beispielsweise an Tonfall und Atemmuster des Anrufers zu erkennen, wie ernst die Lage ist. Alle während des Notrufs von der Corti-KI erfassten Daten werden zudem mit archivierten und bereits von der Corti-KI analysierten Notrufen verglichen, um wichtige Muster wiederzuerkennen. Durch das Zusammenspiel all dieser Elemente soll die Corti-KI zu einer Beurteilung des gemeldeten Vorfalls kommen, um die Mitarbeiter in der Notrufzentrale mit Warnungen und Empfehlungen zu unterstützen.

Die Dänen sind davon überzeugt, dass ihre KI in der geschilderten Situation besser diagnostizieren kann als der Mensch. Bislang noch nicht vollständig ausgewertete Tests mit mehr als 160 000 archivierten Notrufen sollen ergeben haben, dass die KI in mehr als 90 Prozent der Fälle mit ihrer Erstdiagnose richtig lag - und damit rund 20 Prozentpunkte besser als der Mensch. Den Entwicklern der Corti-KI geht es jedoch nicht darum, dem Menschen die Entscheidung abzunehmen oder ihn gar zu ersetzen, sondern ihn bestmöglich zu unterstützen. Nach der Pilotphase in Kopenhagen soll nun in Kooperation mit der European Emergency Number Association (EENA) die Corti-KI in vier weiteren europäischen Städten zum Einsatz kommen.

Corti ApS (DK-2200 København N, Dänemark)
Website: http://www.corti.ai/

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