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Brandschutz

vfdb-Präsident schlägt Alarm: Immer mehr Brände!

Die Zahl der Brände in der Bundesrepublik hat nach den Worten des Präsidenten der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), Dirk Aschenbrenner, in den vergangenen Jahren alarmierende Ausmaße angenommen. Sie sei von etwa 177 000 im Jahre 2006 auf rund 194 000 (2012) gestiegen. Entsprechend wurden auch die Brandschäden immer größer. Die deutliche Mehrzahl aller Brände gebe es im Wohnbereich, hier seien auch die meisten Opfer zu beklagen.

29.04.2015
Vorführgelände

  • Dirk Aschenbrenner fordert Weiterentwicklung des Brandschutzes

Hannover/Dortmund. Die Zahl der Brände in der Bundesrepublik hat nach den Worten des Präsidenten der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), Dirk Aschenbrenner, in den vergangenen Jahren alarmierende Ausmaße angenommen. Sie sei von etwa 177 000 im Jahre 2006 auf rund 194 000 (2012) gestiegen. Entsprechend wurden auch die Brandschäden immer größer. Die deutliche Mehrzahl aller Brände gebe es im Wohnbereich, hier seien auch die meisten Opfer zu beklagen.

Das Thema werde auf der bevorstehenden INTERSCHUTZ 2015 (8. bis 13. Juni in Hannover) breiten Raum einnehmen, sagt Aschenbrenner. Die vfdb ist einer der ideellen Träger der Weltleitmesse für Brand- und Katastrophenschutz, Rettung und Sicherheit. "Trotz aller Fortschritte im Brandschutz ist es in den vergangenen Jahrzehnten nicht gelungen, die Anzahl der Brände zu verringern", bedauert Aschenbrenner. "Im Gegenteil: Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat es deutlich mehr Brände als zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegeben. Wesentliche Ursachen seien heutzutage immer stärker Faktoren wie zum Beispiel Elektrizität, Fahrlässigkeit oder Umgang mit offenem Feuer. Dagegen seien klassische Ursachen wie Funkenflug oder Selbstentzündung fast vollständig aus der Statistik verschwunden", betont der Diplom-Ingenieur und Chef der Dortmunder Feuerwehr unter Berufung auf eine vfdb-Untersuchung.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, sei eine effektive und effiziente Weiterentwicklung des Brandschutzes nötig. Darüber hinaus komme es darauf an, die Kräfte aller Akteure, die in dem Bereich tätig sind, optimal zu bündeln. "Die INTERSCHUTZ ist somit ein idealer Ort, um das Thema stärker ins Bewusstsein zu bringen. Denn hier sind die verschiedenen Bereiche vertreten", erklärt Aschenbrenner. Zwingend notwendig sei es auch, wissenschaftliche Grundlagen zu erarbeiten und umzusetzen. Damit könne sichergestellt werden, dass zum Beispiel Konstrukteure von Bauten und Baumaterial bereits in der Entwicklungs- und Planungsphase neuer Verfahren und Produkte brandschutzrelevante Faktoren und Sachverhalte erkennen. Statistische Daten und Erfahrungen wurden gesammelt und bewertet und ein umfassendes Lagebild im Brandschutz erstellt.

In dem vom Bundesministerium fur Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt TIBRO (Taktisch-Strategisch Innovativer Brandschutz aufgrund Risikobasierter Optimierung) haben sich bereits mehrere Verbundpartner das Ziel gesetzt, das Feuerwehrwesen in Deutschland zu analysieren, auf seine Zukunftsfähigkeit zu untersuchen und Empfehlungen zu geben. Im Fokus stehen dabei die Risikobetrachtung und die Entwicklung des Systems "Feuerwehr" in Deutschland. Partner sind die Bergische Universität Wuppertal, die Otto-von-Guericke-Universität, die Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main, die Bundesanstalt fur Materialforschung und -prüfung sowie die vfdb.

Für die Wissenschaft gibt es nach Ansicht des vfdb-Präsidenten erhebliches Aufgabenpotenzial: "Hier geht es unter anderem um die Erforschung von Methoden und Verfahren zur Reduzierung der Entzündbarkeit und Entflammbarkeit von Gebrauchs- und Einrichtungsgegenständen. Auch müssen Konzepte zur Verbesserung des brandschutzgerechten Verhaltens der Bevölkerung entwickelt werden. Darüber hinaus sei aber auch die Politik gefordert. Sinnvoll sei die Einführung der Brandschutzerziehung als Pflichtaufgabe für Kindertagesstätten, Schulen, Ausbildungsstätten, Arbeitgeber und Feuerwehren, die als Vermittler tätig sein müssen.

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